feiern

Hände
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Den einen geht es um das Bewahren und die Weitergabe der eigenen Kultur. Andere suchen einen Weg aus Heimweh, Langeweile oder Hoffnungslosigkeit.

Eigentlich ist es egal, warum man zum Feiern zusammenkommt: Musik, Tanz, gutes Essen, fröhlicher Austausch machen einfach Spaß.

Fremdheit verunsichert. Im Fest kann man sich dem Fremden auf eine sorglose Art nähern. Die ausgelassene Stimmung macht die Begegnung leicht. Und am Ende steht meist die Erkenntnis: Im Feiern findet sich schnell eine gemeinsame Ebene.

Plakate 18 Jahre Interkulturelles Frauencafé
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18 Jahre Frauencafé

Das Interkulturelle Frauencafé Nördlingen feierte 2023 sein 18-jähriges Bestehen. Die "Volljährigkeit" war ein schöner Anlass, zurückzublicken. Dies taten wir am 12.11.23 bei einem Geburtstagsfest im Evangelischen Gemeindezentrum. Friedrun Meyer nutzte den festlichen Anlass, um die Leitung in die Hände ihres Teams zu übergeben. Mit einer Box voller Samen wollte sie sagen: Der Samen für die interkulturelle Begegnung von Frauen ist in Nördlingen gelegt und hat schon viele Blüten entwickelt. Jetzt liegt es am Team, ihre Arbeit fortzuführen. 

Ihren Dank und eine gute Portion Wehmut über den Rückzug ihrer Mentorin brachten die Frauen mit Liedern, Gedichten und Ansprachen zum Ausdruck. Die Frauen würdigten das Interkulturelle Frauencafé als Treffpunkt, an dem Frauenfreundschaften über die Kulturgrenzen hinaus gepflegt werden und Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen Unterstützung erfahren. Ein interkulturelles Buffet mit Tee- und Kaffeezeremonien versorgte die Feiernden mit kulinarischen Köstlichkeiten. So richtig in Fahrt kam das Miteinander beim gemeinsamen Tanzen, zu dem alle Frauen ungezwungen zusammenfanden. BA

Geburtstagstisch mit Bodenbild
Bildrechte F. Meyer

Geburtstagsfeier

Eine junge Frau aus Afrika, Marie-Noel, ist noch nicht lange im Frauencafé. Sie erzählt im Dezember, dass sie am 26.12. Geburtstag hat – und sie möchte so gerne nicht alleine feiern.

Spontan entsteht unter den Frauen die Idee, eine gemeinsame Geburtstagfeier zu organisieren. In einem schönen Raum mit Platz zum Essen, Feiern und Tanzen soll die Party stattfinden. Und dann feiern 20 Frauen gemeinsam mit Marie-Noel ihren Geburtstag – ein wunderbares Fest mit schönen Geburtstagsritualen, Spezialitäten aus verschiedenen Ländern und gemeinsamen Tänzen.

Lachen und Musik erfüllen die Räume – es ist nicht so schwer, Gemeinschaft statt Einsamkeit und Freude statt Traurigkeit erlebbar zu machen. FM

Plakat Indischer Abend
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Länder-Abende

2012 war das Jahr der Länder-Abende. Nachdem ein Indischer Abend 200 Gäste ins Evangelische Gemeindezentrum gelockt hatte, wollten sich auch andere Frauen mit ihrer Kultur den Riesern zeigen. Musik, Tanz, ein landestypisches Buffet und Informationen zu Land und Kultur erwarteten die Gäste bei den Veranstaltungen. Ob Afghanistan, Albanien, Afrika oder eben Indien: Die Eigenart dieser Kulturen wurde auf den Festen mit allen Sinnen greifbar. 

Indien zeigte sich am Themenabend als buntes, lautes Bollywood-Land, aber auch als spirituelle Heimat des Yoga. Die fremde Kultur konnte Birgit Kögl vom Diakonischen Werk am eigenen Leib spüren, als man ihr auf der Bühne einen Sari anzog. 

Beim Afrika-Abend erlebten die Besucherinnen Gesang und Tanz zu mitreißenden Rhythmen und durften mittrommeln. Yadite aus Äthiopien führte eine Kaffeezeremonie vor, Frauen aus Nigeria sorgten für afrikanische Speisen. Faith Hurler berichtete von ihrem Schulprojekt "Jambozuri" in Ghana. BA

 

Mexikanisches Totenfest
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Traditionelle Feste

Das mexikanisches Totenfest Dia de los Muertos ist ein gutes Beispiel für die Kreativität und Kraft, die in der interkulturellen Begegnung liegt. Afrikanischer Ahnenkult und katholische Bestattungstradition verschmelzen zu einem bunten Fest mit vielschichtiger Symbolik. Für die protestantische Nüchternheit der Rieserinnen oder die Bilderscheu muslimischer Frauen eine fremde, aber umso erstaunlichere Erfahrung.

Das afghanische Nouruz-Fest begrüßt den Frühling. Rote Eier und Tulpen kennt man in Bayern auch, nur der obligatorische Goldfisch auf dem Festtisch wirkt etwas fremd. Wo ist der den Rest des Jahres, fragt man sich ...

Im Frauencafé trifft man sich immer wieder zum Feiern traditioneller Feste. Dabei erschließen sich den Mitfeiernden naturgemäß eher die jahreszeitlichen oder familiären Feste als die religiösen Hochfeste. Aber so lässt sich Weihnachten ja auch feiern im Frauencafé mit Musliminnen, Hindus etc. BA